Entstehung der Baptisten


Die ersten Baptisten waren keine Amerikaner, wie manche fälschlicherweise annehmen, sondern eine Gruppe englischer Separatisten (auch Independenten oder Nonkonformisten genannt, die die herrschende Kirche in England verließen, weil diese für die reformatorische Erneuerung nicht offen war). Unter der Führung eines ehemaligen anglikanischen Priesters, John Smyth, fanden sie in Amsterdam, der "freien Stadt", Zuflucht. 1609 waren er und seine Freunde durch Bibelstudium zur Erkenntnis der Glaubenstaufe gelangt, weshalb er sich schließlich selbst und dann die anderen Mitglieder der Versammlung taufte. 1619 kehrte diese Gruppe wieder zurück nach England und gründete in der Nähe Londons die erste Baptistengemeinde. 

Im Zuge der Auswanderung in die Neue Welt gelangte der Baptismus von England nach Nordamerika. Ein zu den Puritanern gewechselter anglikanischer Priester, Roger Williams, fand in der Kolonie von Massachusetts unter puritanischer Herrschaft dieselbe Starrheit und Intoleranz wieder, deretwegen er England verlassen hatte. Er kritisierte öffentlich die Verbindung von Kirche und Staat. Er war überzeugt, dass das Leben aus dem Geist Gottes nicht erzwungen werden kann, sondern aus einem willigen Herzen kommen muss, das freiwillig dem Ruf Jesu folgt. Als Strafe für seine Überzeugung wurde er aus Massachusetts ausgewiesen und gründete die Kolonie Rhode Island mit ihren berühmten Grundsätzen der Religionsfreiheit – sowie im Jahr 1638 die erste Baptistengemeinde in den Vereinigten Staaten.

Es dauerte bis ins 19. Jahrhundert, bis der Baptismus auch auf dem europäischen Kontinent Fuß fasste. Die erste Baptistengemeinde auf europäischem Festland entstand im lutherischen Deutschland: Am 22.4.1834 ließen sich Johann Gerhard Oncken und sechs andere Gläubiggewordene in der Elbe taufen und gründeten am selben Tag in Hamburg eine Baptistengemeinde. Oncken hatte in England zum lebendigen Glauben an Jesus gefunden und kehrte 23jährig nach Hamburg zurück, wo er voll Begeisterung Bibeln und christliche Literatur verteilte. Auf der Suche nach der wahren, neutestamentlichen Form der christlichen Gemeinde war Oncken durch Bibelstudium zur Erkenntnis gekommen, dass die Taufe nur an Menschen vollzogen werden dürfe, die sich bewusst für ein Leben mit Jesus entscheiden, und dass diese dann eine geistliche Heimat in einer Gemeinde bräuchten. 

Oncken suchte unermüdlich Kontakte zu Gläubigen und Suchenden. Er bereiste von Hamburg aus das restliche Deutschland und die meisten Länder Europas, soweit sich die deutschsprechende Besiedlung erstreckte – bis zu den Donauländern und nach Russland. Oncken predigte, gründete Gemeinden, beauftragte Missionare, schlichtete Konflikte, sprach bei Behörden vor und organisierte so die neue Gemeindebewegung.

Oncken war es auch, der die sich in Wien versammelnde Gruppe von Gläubigen auf der Rückreise von einer großen Reise nach Südrussland und Südosteuropa am 20. Dezember 1869 zu einer selbständigen „Gemeinde getaufter Christen - Baptisten in Wien“ konstituierte.

Heute gibt es weltweit ca. 40 Millionen Baptisten, davon ca. 1500 in Österreich.



Worte des Lebens
Predigten zum Nachhören

Freitag, 24.02.2012
bis
Sonntag, 26.02.2012
"Bibel intensiv
am Wochenende"

Anmeldung
erforderlich


Sonntag, 26.02.2012
10.00 h
Gottesdienst

"Herr, wohin
sollen wir gehen?"
(Joh 6,60-71)


 


BAPTISTENGEMEINDE MOLLARDGASSE.   1060 Wien   Mollardgasse 35.
Moga - Baptistengemeinde Mollardgasse