Moga einst und jetzt
Wir sind die älteste Freikirche Österreichs und unsere Anfänge reichen zurück bis ins Jahr 1842. Fünf junge Handwerksleute aus der österreichisch-ungarischen Monarchie reisten damals nach Hamburg, um dort nach dem großen Stadtbrand zu arbeiten. Sie lernten die dortige kleine Baptistengemeinde kennen und kamen zum persönlichen Glauben an Jesus Christus. Zwei von ihnen gingen nach Wien zurück und begannen mit Hausversammlungen und der Verteilung von Schriften. Verfolgung seitens der staatlichen Behörden und der katholischen Kirche führten immer wieder zur Zerstreuung der kleinen Minderheitsgruppe. Doch im Jahr 1869 konnte die erste Baptistengemeinde in Wien gegründet werden.
Nach 55-jähriger Wanderschaft an acht verschiedenen Versammlungsorten wurden die Baptisten schließlich in der Mollardgasse Nr. 35 im 6. Wiener Bezirk heimisch. Bis etwa zum Ersten Weltkrieg gehörten Zweiggemeinden in Zagreb, Triest oder Prag zur „Mollardgasse“. Danach war die Mollardgasse nur mehr für Zweiggemeinden innerhalb Österreichs verantwortlich. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden auch diese in die Selbständigkeit entlassen.
Nicht unerwähnt darf man die Entwicklung der Moga im Dritten Reich lassen. Die NS-kritischen Predigten ihres Pastors Arnold Köster waren „Inseln“ inmitten eines Meeres aus euphorischer NS-Propaganda und schweigendem Zweifel. Die frühen 1930er Jahre zeigten ein enormes Gemeindewachstum (eine Verdoppelung innerhalb von drei Jahren auf 338 Mitglieder). Aus der Kriegszeit sind etwa 500 Köster-Predigten erhalten und im Gemeindearchiv zu finden (Franz Graf-Stuhlhofer, Historiker und Mitglied der Moga, hat sich ausführlich mit dieser Zeit auseinander gesetzt).
Derzeit zählen zu unserer Gemeinde ca. 140 Mitglieder, die sich aus Menschen verschiedener Herkunft und Bildung, verschiedenen Geschlechts und Alters zusammensetzen. Die Gemeindearbeit ist auf die Bedürfnisse dieser verschiedenen Gruppen ausgerichtet. Das vollständig umgebaute und renovierte Gemeindehaus eignet sich ideal für diese Vielfalt von Menschen, die hier gerne zusammenkommen.
